Balkonkraftwerke: Lohnt sich die Mini-PV und was kostet sie?

30.10.2023
2 Minuten

Balkonkraftwerke, auch als Mini-PV oder Stecker-Solargeräte bekannt, eröffnen Mietern und Wohnungseigentümern die Möglichkeit, ihren eigenen Solarstrom zu erzeugen. In folgendem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über Balkonkraftwerke wissen müssen. Von den geplanten gesetzlichen Änderungen bis hin zur Rentabilität und den Kosten dieser kleinen Solargeräte.

Der Weg zur eigenen Solaranlage war für Mieter und Wohnungseigentümer oft von bürokratischen Hürden und finanziellen Belastungen geprägt. Große Photovoltaikanlagen auf Hausdächern waren die Norm, und dezentrale Lösungen schienen unerreichbar. Doch es gibt gute Nachrichten. Im Rahmen des Solarpakts I plant die Bundesregierung, die Regelungen für Balkonkraftwerke erheblich zu vereinfachen. Die geplanten Änderungen umfassen eine unkompliziertere Anmeldung, die Zulassung von rücklaufenden Zählern und eine Erhöhung der Leistungsgrenze auf 800 Watt.

Wie funktionieren Balkonkraftwerke?

Diese Mini-PV-Anlagen bestehen im Wesentlichen aus Solarmodulen und einem Wechselrichter. Sie können auf Balkonen, Terrassen oder ohne feste Installation aufgestellt werden. Der erzeugte Strom kann direkt im Haushalt genutzt werden, was zu einer Senkung der Stromrechnung führt. Im Vergleich zu herkömmlichen Photovoltaikanlagen sind Balkonkraftwerke kleiner und benutzerfreundlicher.

Die Kosten im Blick

Seit Januar 2023 entfällt beim Kauf eines Balkonkraftwerks die Mehrwertsteuer von bislang 19 Prozent. Die Preisspanne reicht von etwa 600 Euro für günstige Komplettpakete bis zu 1.200 Euro für hochwertigere Modelle. Experten schätzen, dass ein Haushalt mit ihnen etwa 10 bis 20 Prozent seines Strombedarfs selbst decken kann. Die genaue Menge hängt von der Anlagenausrichtung und den regionalen Sonnenstunden ab.

Lohnt sich die Investition?

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen ist sich sicher: Balkonkraftwerke sind fast immer eine lohnende Investition. Je nach Standort und Nutzungsverhalten kann es jedoch etwas länger dauern, bis sich die Anschaffungskosten amortisieren. Dennoch können Einsparungen von bis zu 240 Euro pro Jahr realistisch sein, und die Lebensdauer der Geräte beträgt oft 20 Jahre und mehr.

Sicherheit

Das geplante Bundesgesetz wird den Betrieb von Balkonkraftwerken auch an herkömmlichen Schuko-Steckdosen ermöglichen, was eine weitere Vereinfachung bedeutet. In puncto Sicherheit erfüllen die mitgelieferten Wechselrichter die geltenden Standards für Photovoltaikanlagen. Dennoch ist darauf zu achten, dass die Geräte die Norm VDE-AR-N 4105 erfüllen und immer nur ein Gerät pro Steckdose angeschlossen wird.

Vermieter informieren und Anmeldung

Die Installation erfordert in der Regel keine Zustimmung des Vermieters, sofern keine grundlegenden baulichen Änderungen vorgenommen werden. In Eigentümergemeinschaften muss eine Mehrheit zustimmen, und denkmalgeschützte Gebäude können zusätzliche Vorgaben haben. Die geplante Gesetzesänderung soll auch hier Hürden beseitigen und das Recht zur Nutzung von Stecker-Solargeräten sowohl für Wohnungseigentümer als auch Mieter gewährleisten.

Die Anmeldung bei der Bundesnetzagentur und dem Netzbetreiber

Die geplante Neuregelung wird die Anmeldung von Balkonkraftwerken erleichtern. Aktuell müssen Geräte über 600 Watt Leistung von einem Elektriker angemeldet werden, doch diese Grenze soll auf 800 Watt steigen. Die Formalitäten werden einfacher, da Stromversorger Formulare bereitstellen und das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur die Eintragung vereinfacht.

Fazit und Ausblick

Balkonkraftwerke sind eine aufregende Möglichkeit, selbst erzeugten Solarstrom zu nutzen. Mit den bevorstehenden Änderungen werden sie noch attraktiver und könnten eine bedeutende Rolle bei der dezentralen Energieerzeugung spielen.

Ein Artikel von
Shari Heep
Gründerin und CEO

Shari Heep ist Juristin mit Fokus auf IT- Recht und Gründerin & CEO von SCALARA. Sie hat schon seit ihrem Abitur in der familiären Hausverwaltung mitgearbeitet und dort vor allem die digitale Transformation vorangetrieben. Durch ihre praktische Erfahrung aus der Immobilien- und Verwaltungsbranche kennt sie die Herausforderungen der Branche sehr genau.
Mit der Gründung von SCALARA hat Shari ihre Leidenschaft für alles Digitale mit ihren Verwalterwurzeln verbunden.

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